Oder: „Freizeitstress, hallo…!?“

Leider hinke ich ein wenig mit meiner Berichtserstattung hinterher, aber bei mir passiert in letzter Zeit sooooo viiiiel, dass ich aus dem Staunen nicht mehr heraus komme und nicht weiß, wie ich all diese schönen Eindrücke noch auf’s Papier bzw. auf den Screen bringen soll. Aber natürlich will ich euch nichts vorenthalten 😉

Aber nun der Reihe nach. Da ich schon länger mit einem Tauchschein geliebäugelt habe und mein Lieblingsmensch ebenfalls großes Interesse ans Tauchen zeigte, haben wir uns damit ein neues, gemeinsames Hobby geschaffen. Etwas, woran wir beide Spaß haben und gemeinsam Zeit verbringen können. Ich finde, jeder braucht ein gemeinsames Hobby mit seinem Partner! Das ist sooo schön!

Bisher konnte ich ihn nicht gerade für eine Triathlon-Disziplin begeistern. Entweder er fährt nur MTB und kein Rennrad mit mir (aus diesem Grund habe ich mir ja auch noch zusätzlich ein MTB zugelegt) oder er fährt neben mir her, wenn ich meine Laufeinheit absolvierte. Einzig allein beim Schwimmen zeigte er etwas mehr und doch begrenzt Begeisterung. So geht es mir dann auch mit seinem Hobby, dem RC-Car fahren: ich langweile mich an der Rennstrecke und die anderen Mädels, die den ganzen Tag an der Strecke stehen, sind einfach nicht „my cup of tea“. Das halte ich höchstens 2 Stunden aus und dann muss ich weg.

Einmal wollten wir uns mit Skifahren ein gemeinsames Hobby schaffen. Hat soweit auch ganz gut funktioniert. Während ich mich nach vielen Jahren wieder auf meinen Carvingskier einfinden musste, absolvierte mein Schatz einen Anfänger-Skikurs. Ich fuhr mit Bekannten mit, aber schon sehr bald eskalierte es: wenn jemand ununterbrochen und unüberhörbar Unsinn redet, bin ich irgendwann ‚grundgenervt‘. Ich fuhr dann lieber alleine Ski und nahm später meinen Lieblingsmenschen unter die Fittiche. Das war echt schön, aber solange wir noch auf unterschiedlichen Leistungsstand sind, macht es einfach weniger Spaß.

Und Saunieren sehe ich eher als Entspannung und nicht als Aktivität. Dennoch ist das auch zu zweit viel schöner 🙂

Jedenfalls wollten wir beide schon immer mal tauchen lernen und hatten schon getrennt voneinander positive Erfahrung mit Schnuppertauchen gemacht. Eine ganz liebe und tolle Tauchlehrerin war auch schon gefunden, weil ich mit Kathrin schon seit einigen Jahren mit demselben Zug jeden Tag nach Stuttgart pendel. Während meine Vorbereitungen für den Triathlon Wettkampf liefen, legten wir schon die Theorie- und Praxistermine fest.

Ich muss zugeben, ich unterschätzte den zeitlichen Aufwand mit den Übungen, Prüfungen und Tauchgängen. Ich habe nicht gewusst, dass man zum Beispiel für 2 Tauchgänge einen kompletten Tag am See verbringen muss und alles sein System hat. Hier in Deutschland wird die Ausbildung sehr genau durchgeführt und nicht wie im Urlaub schnell „durchgeboxt“. Den Schein „so mal nebenher“ zu machen, funktioniert nicht wirklich und überschnitt sich auch mit meinem Training. Ich geriet schon machmal ins Schwitzen, weil ich regelrecht im ‚Freizeitstress‘ war. Aber im positiven Sinne: trotz straffer Freizeitverplanung machte es Spass! Alles lief gut und liess sich irgendwie immer miteinander vereinbaren.

Da wir schon von Kindesbeinen an mit Seen ziemlich vertraut waren und geschnorchelt sind, haben wir auch ein so genanntes Urvertrauen unter Wasser. Wir hatten niemals auch nur einen Hauch von Panik und bewältigten unsere Aufgaben ganz gut. Unter anderem wird man auf Notfallsituationen auch unter Wasser vorbereitet. Was macht man, wenn z.B. die Luft weg bleibt, wenn man sein Blei verliert, etc. Das sind die „Muss“-Dinge. Noch schöner sind allerdings die Fun Dives, die wir nun endlich auskosten können: nach einem ausführlichen Briefing einfach tauchen, vor sich herum tümpeln, gucken und genießen.

Man kann sich gar nicht vorstellen, was sich unter Wasser alles in unseren heimischen Seen befindet. Wir haben Jungfischschwärme gesehen, aber auch Rotfedern, Rotaugen, Flussbarsche, wunderschön schillernde Sonnenbarsche, Schleien, ausgesetzte Kois, einen Aal, einen amerikanischen Flusskrebs, bis hin zu kapitale Hechte… Das ist echt der Hammer…! Und dafür muss man nicht einmal richtig tief runter! Ich war ganz erstaunt, zumal ich schon seit klein auf in Baggerseen schwimmen gehe. Wer ist denn nicht schon als Kind mal abgetaucht oder geschnorchelt…?

Auch der Spaß kommt dabei nicht zu kurz. Taucher verstecken auch gerne mal Attraktionen unter Wasser. Mehr als nur einmal habe ich mich vor Lachen echt verschluckt 😀

Temperaturmäßig ist es mit einem 7mm-Naßanzug wirklich erträglich. Allerdings kann es bei der Sprungschicht, die sich bei etwa 7-10 m Tiefe befindet, gleich um einen Schlag 10 Grad kälter sein. Da habe ich mir mit Handschuhen schon mal mein Gesicht zugehalten 😉

Weil dies und unsere Abschlussprüfungen so wirklich super klappten, beschlossen wir, unseren anstehenden Sommerurlaub mit Tauchen zu verbinden. Da ich kulturell aber auch etwas sehen wollte, fiel Ägypten als Tauchziel flach, zumal zu dieser Zeit die politischen Ausschreitungen ein wenig überhand genommen haben. Man muss ja auch nicht mit der Creme de lá Creme der Fischvielfalt anfangen, sondern kann auch erst einmal ans Mittelmeer gehen.

Im Mittelmeer sind die Fische nicht so bunt wie in den anderen Weltmeeren, ist aber landschaftlich äußerst reizvoll. Und da ich schon immer mal nach Malta wollte, fiel unsere Wahl auf Gozo, eine kleine Insel vor Malta. Was wir da alles erlebten und wie gut uns Gozo gefiel, das berichte ich dann das nächste Mal!

P.S.: Wer Interesse hat, seinen Tauchschein bei einer guten, engagierten Tauchlehrerin zu machen, dem kann ich Esox-Dive wärmstens empfehlen! Auch im Urlaub wurden wir für unsere Tauchkenntnisse von den Guides in höchsten Tönen gelobt und man hat uns viel mehr zugetraut als anderen. Sprich: eine fundierte Tauchausbildung ist das A und O und vermittelt einem eine gewisse Souveranität unter Wasser, egal in welcher Umgebung. Davon haben wir sehr profitiert und kamen in unseren ersten Tauchurlaub voll auf unsere Kosten… Es lohnt sich! 😉

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