Vom Bücherwurm und über Flohmarktfunde

Ooooh man, kennt ihr das auch? Da schlendert man – dir nichts, mir nichts, ohne eine vage Vorstellung zu haben, was man auf einem Flohmarkt sucht und kauft: Bücher! Bücher für 50 Cent, für 1 Euro. Gut erhaltene Bücher, manchmal sehen sie wie ungelesen aus. Sie duften zwar nicht mehr nach frischer Druckfarbe oder dem Papier (ich rieche gerne an neuen Büchern), aber ich liebe es, in Bücherberge zu stöbern, denn ich habe eine ‚geheime‘ Bücherliste, die ich in Sisyphosarbeit zu vervollständigen versuche. Was sicher nie gelingen wird, weil mich immer wieder neue Bücher inspirieren und auf die Bücherliste kommen.

Die Bücherliste ist soooo geheim gar nicht. Ich tippe, wenn ich wieder auf ein Prachtexemplar meines Interesses gestoßen bin, einfach den Titel in eine Notizseite meines iPhones. Das hat viele Vorteile:

1. Ich habe mein iPhone immer bei mir. Es ist mein ständiger Begleiter, mein Kommunikationsmittel zur Außenwelt, mein stiller Gedankenfänger und heimlicher SMS-Mitleser und trägt eben auch meine Bücherliste mit sich herum. Mein Bübchen für alles quasi.

2. Ich habe damit die Bücherliste immer zur Hand und kann sie jederzeit erweitern oder Büchertitel nachschlagen, sollte ich wieder rein zuuuuufällig in einer Buchhandlung landen…

3. Ich kann die Bücherliste als Wunschliste herausgeben ohne mir meinen smarten Kopf zerbrechen zu müssen, was ich mir zum Geburtstag oder Weihnachten wünsche. Nicht, dass mir meine Wünsche ausgehen, neeeeein, aber wenn es darauf ankommt, fällt mir unglaublicherweise kein einziger Wunsch ein. Ich behaupte auch nicht, dass mein Freund zu phantasielos ist, mir was passendes zum Geburtstag oder zu Weihnachten zu schenken (*räusper*), aber die Liste vereinfacht vieles 😉

4. Ich kann meinem Freund die Bücherliste einfach nur per Copy & Paste als E-Mail schicken. Kurz und schmerzlos. Natürlich total unromantisch. Aber er ist einfach so. Ich könnte sicherlich meine hunderttausende Bücher fein säuberlich in ein Notizbüchlein notieren oder auf einen rosa Zettel mit Herzchen schreiben (ächz, das übersteigt ja schon meine Kitschgrenze), aber das würde er vergessen oder aus Versehen in den Mülleimer schmeissen. Das ist sicherlich keine Absicht, er ist einfach so. Er ist gerne papierlos und wenn du bis in seine Gedankenwelt vordringen willst, schickt man es per E-Mail oder Chat-Nachricht, weil er totaaaal iPhone-verliebt ist. Nettes Attribut, gell? Ich stelle mir bildlich vor, wie er mit meiner E-Mail im Laden steht und mir etwas aus meiner Liste heraussucht. Mittlerweile habe ich meine Bücherliste um eine generelle Wunschliste erweitert, weil a) siehe oben und b) es ganz gut klappt. Doof ist dann, wenn die Reaktion kommt: „Wenn ich dir was von deiner Liste schenke, dann weißt du doch schon, was du bekommst…?“ Äääh, wozu sind denn dann Wünsche da…? Hmpf. Männer!

Egal. Bücherlisten sind praktisch. Die Bücher, die mich brennend interessieren, bestelle ich sofort bei Amazon oder ich stöber dann in einer Buchhandlung, was ich potentiell für gefährlich halte. Denn, zu meinem Prachtexemplar kommt dann noch das eine oder andere Buch dazu…

Dann gibt es natürlich auch ältere Bücher, die meine Liste bestücken. Und eben solche, die schon eine Weile auf dem Markt sind, entdecke ich dann auf Flohmärkte oder Pfennigbasare. Auch wenn ich mir vornehme, mir etwas für die Wohnung im Shabby Chic zu suchen, komme ich immer nur mit Büchern nach Hause.

Ich darf es gar nicht zu laut sagen, aber in den vergangenen 2 Monaten habe ich mir ca. 10 neue und ca. 16 gebrauchte Bücher gekauft… Da kommt man mit dem Lesen leider nicht so schnell hinterher. Aber das wird schon 😉

„Die Lust an der Literatur ist auch die Lust am Leben.
Die Kunst, zu lesen, in ein Buch hineinzufallen,
darin zu versinken, kaum noch auftauchen zu können,
ist ein Stück Lebenskunst…“

(Elke Heidenreich, 1943)

 

 

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