„Take care of yourself!“

Die Worte, die mir ein südafrikanischer Freund mal eindringlich gesagt hatte, hallten heute in einer schlaflosen Nacht in meinem Kopf. Ja, ich passe viel zu wenig auf mich auf. Ich bin schon seit Wochen wieder einmal dauererkältet und gehe trotzdem zum Training, bis die Nasennebenhöhlen platzen… Sinupret, Nasic und Emcur sind meine besten Freunde. Nur die letzen paar Male war ich hoffentlich ein wenig klüger und bin wenigstens vom Schwimmtraining fern geblieben. Aber nur mit schlechtem Gefühl, den Anschluss zu verpassen.

Gestern abend schwor ich mir, ich gehe heute wieder ins Training und konnte prompt nicht einschlafen. Das Gedankenkarrussel ging wieder los! Noch nie Gedankenkarrussel gefahren? Bitte einsteigen! Als erstes schnappt man sich Fragen auf („Ist es richtig, mit Sinusitis schwimmen zu gehen?“), dann tauchen wie aus dem nichts im Publikum, das Karrussel dreht sich ja schon und du sitzt auf einem hoch und runter wippendem Pferdchen, verschwommen Argumente auf: „Du musst dich schonen!“, „Du verpasst aber den Anschluss!“, „Erkältungen müssen auskuriert werden!“, „Du hast so oder so Schnupfen!“, „Jetzt reiß dich doch mal zusammen – was nicht tötet, härtet ab!“… Man kommt den vielen Gedankensträngen kaum noch nach, sobald das Karrussel sich schneller dreht. Und irgendwann reißt man die Augen auf, höchst verwirrt und steht erstmal mitten in der Nacht auf. Schlechte Zeit zum Nachdenken. Ich röchele nach Luft, ich huste. Alles Anzeichen eines Körpers, der nicht schwimmen gehen will. Aber ich will, du oller Körper! Ich will wieder schwimmen, hör mal auf, rumzukränkeln! Kann man den Körper nicht einfach mal tauschen wie so’n Kleid? Wunschkonzert, hier bin ich, huhuuuuuuh!

Ich bin zu Hause geblieben. Aus einfachem Grund: mein Körper wollte einfach nicht. Wenn der nicht will, wird jeder Sport zum Kampf mit sich selbst. Kannste machen, was du willst. Der läßt sich dann fallen wie ein nasser Sack und du darfst den dann hinter dir herziehen. Dann wünschst du dir die Momente her, wo man voller Leichtigkeit wie eine Gazelle über Schotterpisten sprintet. Take care of yourself! Und ich halte mich dieses Mal ausschließlich dran. Ich gebe mir eine Woche Aufschub. Im Gegenzug dessen schone ich mich: kein Stress, keinen Alkohol, ausgewogene Ernährung, Vitamine, Immumabwehr stärken, uvm. Ab heute. Die Wette gilt.

Love your body. Love yourself.

Hört sich alles immer so einfach an, aber man verlangt von sich und seinem Körper so viel ab und gönnt einem so wenig Ruhe. Ich bin Widder, durch und durch. Das heißt, ich bin auch vom Aszendenten her Widder. Hummeln unter’m Arsch hatte ich schon immer und ich hasse Langeweile. Action ist mir immer allerliebst und ich bin daher für manch liebsten Menschen um micht herum ‚anstrengend‘. Aber auch bei einer Duracell Powerbatterie geht der Akku mal leer und müßte aufgeladen werden. Das blick ich nicht immer, weil ich die Zähne prima zusammenbeißen kann und wunder mich dann, warum ich dann müde und erschöpft bin. Ausreden gibt es immer: bestimmt das Wetter, zu fett gegessen oder zu wenig an der frischen Luft und dann wird noch mehr gepowert. Dass man dann anfällig wird für Erkältungskrankheiten, liegt auf der Hand. Ich als Pendlerin sowieso… Zusammengepfercht mit tausend Menschen in einem Zug (knapp unter Grenze indischer Reisebedingungen) bin ich umgeben von Viren aller Art (es gibt übrigens 200 Schnupfenarten), das ist unglaublich. Steigst mit kurierter Erkältung ein und kommst mit 3 neuen Viren wieder raus. Ich überlege ernsthaft, ob ich mir nicht über die Wintermonate etwas Gutes tun und 1. Klasse fahren soll, da gibt es zumindest auch noch freie Sitzplätze und mehr Raum pro Mensch. Die Erkrankungswahrscheinlichkeit sinkt wohl in der 1. Klasse locker um 70%. Die Frage ist: bin ich mir das wert? Wäre aber zumindest mal eine Überlegung wert.

Heute nacht habe ich auch mir nichts, dir nichts mal meinen Trainingsplan umgestellt. Halte ich den so ein? Montag abend Schwimmtraining unter Aufsicht, Dienstag freies Cardio & Zirkeltraining, Mittwoch Lauftraining unter Aufsicht, Donnerstag lockeres Laufen, abends Schwimmtraining unter Aufsicht, Freitags frei, Samstags Schwimmtraining unter Aufsicht, Sonntag freies Training nach Bedarf (Rad, Laufen oder Cardio) und Sauna zur Stärken der Abwehrkräfte und Entspannen. Das wäre super, muss nur mal meine Erkältung langsam abklingen. Die Eigenbluttherapie muss doch echt mal endlich greifen (ach, habe ich schon erwähnt, dass ich Spritzen hasse?) und ich muss mich erst einmal wichtig nehmen! Der Arbeitsumfang wird zum Jahresende bei mir etwas weniger, ich habe schwer Hoffnung, dass ich alles etwas entspannter entgegen blicken kann.

(Quelle: http://ideastoinspire.blogspot.com/2011/01/take-care-of-yourself.html)

 

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