Rindvieh! Tuh was für dein Glück!

Ich bin total erkältet, habe Schnupfen, Kopfweh und muss noch einen Haufen Sachen erledigen. Freizeit? Kenn ich gar nicht. Ehrlich…!!!!??! In meiner Freizeit mache ich Sport, meinen Haushalt oder treffe mich mit lieben Freunden. Selbst das Shoppen kommt zu kurz. Oder das Lesen. Mich mal hinzufläzen und Nichtstun kenn ich nur aus dem Fernsehen. Aber ich stehe hier, voller Tatendrang, und freue mich riiiieeeesiiiig auf diesen Tag voller Action und bin ganz erfüllt. Erfüllt von Freude, Liebe und Zuversicht. Es fühlt sich an wie… GLÜCK.

Glück…? Ja, Glück. Das Glück, Happiness, Zufriedenheit, Eierkuchen kommt nicht von ungefähr. Man darf auch nicht wie Sterntalerchen sein weißes Kleid ausbreiten und hoffen, dass es vom Himmel fällt. Leider ist es nicht so, wie uns die Märchen aus der Jugend es uns suggerieren. Glück empfindet man dann, wenn es sich schon wieder fast verflüchtigen will… Wenn alles in Harmonie ist, dein Sein, dein Tun, deine Gefühle. Klar würde ich auch gerne lieber im Urlaub sein, oder zumindest in der Sauna, meinen Arsch auch mal gerne auf dem Sofa platt sitzen und im Nichtstun den Tag verbringen. Aber es würde mich nicht erfüllen. Faulheit erfüllt mich einfach nicht. Und hab daher null Verständnis für Menschen, die ihren Arsch auf der Couch platt sitzen und dann jammern, dass alles so scheiße ist… Ächz, da krieg ich sogar einen Brechreiz!

Bei mir ticken im Hinterkopf dann alle Sachen, die noch erledigt werden müssen oder dass die und die Sporteinheit noch getan werden muss. Erst wenn diese erledigt sind, bin ich zufrieden. Und wenn ich dann noch ein bisschen Zeit habe, schreibe ich hier an meinen Blog, socialize oder lese ein Buch. Und dann stellen sich die Momente voller Freude und Liebe ein. Das fühlt sich ganz warm an und man empfindet unendliche Liebe für jedermann, auch für die komplizierten Menschen um mich herum, auch welche, die es vielleicht nicht verdient haben. Aber selbst diese schließe ich in solchen Momenten in mein Herz, weil ich einfach unendlich viel abzugeben habe. Klingt brutal kitschig, was? Aber ich wüßte nicht, wie ich dieses Gefühl umschreiben könnte, das sich einstellt.

Ich lasse gerne alle Menschen daran teilhaben. Ich lache, mache Witze, sprühe vor Energie. So, dass es auch schon letzte Woche meiner Chefin auffiel: „Frau H., Sie sind noch krank, sehen noch so blass aus und haben so gute Laune…?!“ Ja, definitiv! Weil das eine nichts mit dem anderen zu tun hat. Ich verteile Herzchen an Freundinnen, stupse alle an, die ich mag und schreibe selbst denjenigen, die es auch nicht verdient hätten, nette Nachrichten, um ihnen ein bißchen Liebe mitzugeben.

Natürlich gibt es Menschen, die das nicht verstehen. Die jammern und werden wütend, schon gar nicht mögen sie Menschen mit guter Laune, weil es sie nervt. Leider kann man diesen Menschen nicht helfen. Sie sind so sehr auf ihren „Trip“ oder haben so ein derartigen „Tunnelblick“, dass sie weder nach rechts noch nach links gucken. Sie sind auf dem besten Wege zum Unglücklichsein, wenn sie es nicht schon sind. Auch wenn rechts ein kleines Glück sitzt, oder links noch einmal ein kleines Glück – es interessiert sie gar nicht. Stattdessen werden Ratgeber gekauft á la „Wie werde ich glücklich?“ und verstehen nicht, warum das Glück sich nicht einstellt. Aber das Glück ist nun mal kein Kumpel, der an die Türe klopft, wenn man es ruft. Das Glück sitzt schon in einem drin und wartet nur darauf, GESEHEN zu werden. Dass es erst zu einem Umdenken kommen oder die Einstellung zu vielen Dingen geändert werden muss, begreifen die erst gar nicht oder ist ihnen zu anstrengend. Aber leider geht es manchmal nicht ohne Anstrengungen. Es fällt einem nichts in den Schoß. Man kann sagen: das Leben ist ein Spiel oder auch: das Leben ist ein Kampf. Je nachdem, wie hoch die Hürde für einem ist. Selbstreflektion ist an dieser Stelle maßgebend: Wie wirkt man auf andere? Was habe ich getan, warum die anderen so auf mich wirken?

„Jeder ist für sich selbst verantwortlich.“

Auch für die Steine, die man sich selbst in den Weg geräumt hat. Es sind nicht die anderen, die einem die Steine in den Weg legen. Wer würde sich auch diese Mühe machen? Ich zumindest nicht.

Wichtig ist auch Vertrauen zu sich selbst. Eine sehr schwierige Aufgabe, wenn man mißgünstig ist. Wenn alle anderen viel schöner, viel besser und viel reicher sind, dann sind nicht die anderen doof, sondern dann stimmt etwas nicht mit dir. So gehen selbst Freundschaften kaputt. Ich habe es an einer Freundin selbst erlebt, die neidisch auf mich war. Auf meinen Freund, der loyal zu mir ist und mich liebt wie ich bin, auf meinen Job und das, was ich mir leisten kann. Dass ich hart dafür gearbeitet habe, 11 Stunden am Tag für meinen Job unterwegs bin und auch nicht alles immer rund läuft, das wollte sie nie so richtig verstehen. Auch nicht, als sie einen gut situierten Mann kennen lernte. Sie jammerte, wie oft er unterwegs sei und war dabei immer noch neidisch auf mich. Das konnte ich nicht ganz nachvollziehen. Sie hatte einen easy Job, aber wollte mehr. Immer mehr. Sie wollte das gleich wie andere, die hart dafür gearbeitet haben und es immer noch tun. Und sie? Sie hat noch nicht einmal eine abgeschlossene Ausbildung, während alle in ihrem Umfeld studiert haben. Ich meine, sich mit denen dann auf ein Treppchen zu stellen, ist entweder mutig oder eine fehlende Selbsteinschätzung.

Ich habe sogar beides: Ausbildung und Studium mit einem Einser abgeschlossen. Ich möchte damit nicht angeben, ich möchte nur den Unterschied klar machen, was es heißt, sich mal hinzusetzen und anzustrengen oder wie es eben aussieht, wenn man seinen Hintern nicht hoch bekommt. Dann kann man keine Wunder erwarten. Schon gar nicht, wenn man auch noch während der Arbeitszeit privat telefoniert (für mich ein absolutes No go) oder blau macht (ebenfalls ein No go) und dann noch ergebnislos auf eine Beförderung wartet. Ratschläge über Weiterbildungen hat sie abgeblockt („Bin zu faul…“). Ich bin mir nicht sicher, ob sie sich jemals selbst reflektiert hat. So lange sie das nie macht, wird sie in jedem Job, den sie hat, unzufrieden sein. Wissen kann man sich nicht komplett selbst aneignen, es ist gut, sich auch mal belehren zu lassen. Dieser feine Unterschied macht sich in der Abhängigkeit von anderen bemerkbar, die das Wissen vorhanden haben. Möchte man wirklich immer andere fragen? Ich nicht, aber ich bin auch sehr wißbegierig und bin gerne unabhängig.

Vertrauen in einem selbst bedeutet, sich selbst zu mögen, wie man ist, seine Fehler zu kennen und zu akzeptieren und die Gewißheit und Vertrauen darauf, was man kann, dies zu platzieren weiß und sich verflixt noch mal auch mal dafür anzustrengen. Es wird immer Menschen geben, die schöner, besser und reicher sind. Na und? Ich kann mir das leisten, was ich mir leisten möchte und vertraue darauf, dass alles seine Richtigkeit hat. Nicht umsonst heißt es im Volksmund:

„Jeder ist sich seines Glückes Schmied.“

Das soll aber nicht heißen, dass Materielles für das Glück wichtig ist. Überhaupt nicht, aber es beruhigt. Es beruhigt mich ungemein, ein Dach auf dem Kopf zu haben, mir Essen kaufen zu können und mit einem Auto von A nach Z fahren zu können. Alles, was man sich dazu kaufen kann, ob eine Creme von Lancaster statt von Nivea oder eine Jacke von Burberry statt von H&M oder Schuhe von… etc. – ist ‚wurschd‘, wie man so schön hier im Badischen sagt. Es ist einfach nicht wichtig. Ich kann von heute auf morgen auch sehr bescheiden leben, wenn ich wollte. Ich habe das 5 Jahre lang während meines Studiums, das ich mir selbst finanziert habe, geübt. Ich bin sogar Samstags und Sonntags arbeiten gegangen, nur so mal by the way. Also, was lernen wir daraus: Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt, die essentiellen Dinge wie Schlafen und Essen sicherzustellen.

Dann soll man sich darauf fokussieren, was im Umfeld statt findet. Wenn man einen Partner hat, der einem liebt, ist das schon Goldes wert. Für mich sind Respekt, Liebe und Lachen sehr wichtig. Und Vertrauen in die Menschen. Wenn man seine Eltern und Großeltern noch hat, ebenfalls. Keiner kennt einem so gut wie die eigenen Eltern. Man sollte sich von ihnen auch mal was sagen lassen und nicht gleich störrich wie ein Überpubertierter davonmachen. Wobei ich zugeben muss, dass meine Mum es auch gerne mit gut gemeinten Ratschlägen übertreibt. Aber das machen Mütter nicht, weil sie einem etwas nicht gönnen oder um jemanden zu ärgern, sehe es als Liebesbeweis, sie möchten einem immer noch beschützen. Mein Bruder ist manchmal genervt, ich find’s lustig und kann es auch manchmal mit Hunmor nehmen. Auch wenn zum Beispiel meine Schwägerin und ich nicht auf einer Wellenlänge sind, so ist es wichtig, sich auf irgendeiner Ebene sich zu treffen und lieb zu haben. Und das ist wichtig, wenn man möchte, dass der eigene Bruder mit seiner Frau glücklich sein möchte. Da will man nicht als Störenfried auftauchen. Dabei ist es auch wichtig:

„Deine eigene Meinung kannst du haben, aber lasse jeden Menschen so leben, wie er es für richtig hält.“

Freunde sind wichtig. Wenn du keine hast, würde ich mir überlegen, warum nicht. Ich habe ganz viele Freunde unterschiedlicher Qualitäten, versteht sich. Klar, sieht es auf den ersten Blick vielleicht oberflächlich aus, wenn man viele, viele Freunde hat. Aber ich kann nur für mich sprechen, dass ich Menschen liebe und ihre unterschiedlichen Qualitäten liebe. Ich habe gerne Menschen um mich herum und es muss nicht immer der eine und derselbe sein. Ich habe tiefe, aber auch lose Freundschaften. Genauer definiere ich das nicht, ich lasse es immer auf mich zukommen. Mit der einen kann man viel lachen und viel unternehmen, mit der anderen eher tiefgründige und interessante Gespräche führen. Ich teile mir auch nicht ein, wen ich wann wo treffe. Ich nehme es so wie es kommt. Freundschaften sind für mich auch stark von Flukationen beeinflusst. Man hat in der heutigen Zeit nicht immer auf Abruf Zeit, man muss auch mal vertrösten. Und man muss selbst auch in der Lage sein, zu verstehen, dass der andere mal nicht kann. Ich kenne das zu Genüge: zu viel zu tun, Sport, mal da ein Termin, etc. Bei manchen sind es die Kinder, die Familie, etc. Das passiert und da soll man nicht sauer reagieren. Verständnis ist wichtig, um seine Loyalität gegenüber Freundinnen ausdrücken zu können. Ich habe zum Beispiel einen kleinen Fehler: ich komme oft zu spät zu Verabredungen. Ich bemühe mich wirklich, pünktlich zu sein, aber ich gehe oft davon aus, dass nichts dazwischen kommt. In den meisten Fällen geht es gut, in anderen Fällen kommt ein Stau, ein Anruf oder anderes dazwischen. Was ich bräuchte, ist mehr Puffer zum einplanen, aber ich habe grundsätzlich immer zu wenig Zeit für alles. Der Tag sollte 36 Stunden haben.

Andere können sich maßlos darüber aufregen, wenn’s mal 10 Minuten später wird und können den Abend komplett damit vermiesen. Das ignoriere ich dann einfach (was soll man dazu auch noch sagen außer sich zu entschuldigen?) oder wünschte mir insgeheim, nie angekommen zu sein, weil man sich dann fragt, was für ein Problem die andere wirklich hat..? Aber solche Menschen regen sich auch über andere Sachen auf, nur um sich überhaupt aufzuregen. Interessant, gell? 😉 Andere reagieren gelassen und richten sich schon darauf ein: „Wie, du bist schon da? Ich bin noch gar nicht fertig!“ Das sorgt dann für Gelächter und das Eis ist gebrochen.

Freunde sind ehrlich und knallhart. Wenn sie dich nicht auch mal kritisieren können, dann hast du eine Macke, nicht der andere. Reflektionen sind immer verdammt wichtig, um sich ständig zu verbessern. Aber das heißt nicht, dass man verletzend sein soll á la „Was ich dir schon immer mal sagen wollte,…“, auch sollte man immer das „Leben lassen“ im Hinterkopf behalten. Alles also in Maßen, sonst würden wir ja alle unglücklich in einem ‚main stream‘ mitschwimmen, nur weil es die Gesellschaft von uns abverlangt.

Bequemlichkeit oder Faulheit darf man sich eben erst leisten, wenn man seine Pflicht erledigt hat. Von nichts kommt auch nichts. Wenn man mit seinem Jogginganzug und fettigen Haaren lieber TV guckt anstatt sich um die wichtigen Sachen zu kümmern, braucht sich nicht zu wundern, warum man nicht unbedingt eine sexy Frau für den Mann hergibt und die unerledigten Sachen wie Sysiphos vor sich herschiebt. Wobei ich da noch eine feine Unterscheidung sehe: Camus‘ Sysiphos hat darin seine Erfüllung gesehen, den Stein den Berg hinaufzurollen. Er war zufrieden und erfüllt mit seiner Aufgabe. Du wirst es nicht, weil der Berg an Arbeit von alleine leider nicht kleiner wird.

Der Anfang ist alles. Stück für Stück. Es ist unbequem, na und? Soll ich mal sagen, wie schööööööööööön es ist, seine ToDo-Liste abgehakt zu haben und dann sporteln zu gehen oder sich mit Freundinnen zu treffen? Okay, gut. Das macht auch nicht glücklich.

Aber was macht glücklich?

Im Prinzip das Gesamtpakete guter Eigenschaften. Werde gelassen mit dir selbst. Niemand ist perfekt. Ich auch nicht, auch wenn ich es manchmal gerne sein würde. Ich würde z.B. auch gerne wie Heidi Klum aus dem Ei gepellt herumlaufen, aber die gute Frau läßt sich jeden Tag eine Stylistin für 2 Stunden ins Haus kommen. Das ist ihr Job! Und für das, das ich mir dafür nur 20-30 Minuten Zeit nehme, finde ich mein Resultat dagegen fast umwerfend! 😉 Mit dem nötigsten das Beste rausholen! Das nennt man ‚Minimalprinzip‘ und kennt man schon in der Schule! Der Tag hat nun mal 24 Stunden und mein Schlaf ist mir ja auch noch wichtig. Dazwischen muss man noch ewas essen und unter der Woche arbeiten. Es passieren ständig Dinge, die nicht vorgesehen sind. Wenn ein Ei noch zum Backen fehlt, lass es oder frag schnell den Nachbarn! Wenn die Wohnung unaufgeräumt ist und Besuch kündigt sich an, verschließe beide Augen und mache mit einem strahlendem Lächeln die Türe auf! Wenn der Zug nicht kommt, der Termin aber näher rückt: anrufen, dass es später wird! … Denn die Welt kann man nicht verändern, die dreht sich in ihrer Rotation. Kein einziges Menschlein ist in der Lage, die Zeit anzuhalten, nur weil es in Stress kommt. Man kann nur die Einstellung dazu ändern!

Ein anderer würde jammern: Kopfweeeeeh! Schnuuuupfeeeeeeen! Iiiieeeh, Küche putzen, Staub saugen und Wäsche waschen, und das noch und das noch… Rindvieh!!! Von alleine wird die Küche nicht sauber. Mach die Musik gaaaanz laut an, schwing dein hübsches Ärschchen auf’s Parkett und ab geht’s! Wäsche wäscht sich von selbst. Trocknet sich dank Trockner auch von selbst und kann man parallel zum Putzen machen. Schon mal Zeit gespart! Und gegen Schnupfen und Kopfweh gibt es Tabletten und Vitamin C Brause direkt nach dem Morgenkaffee. Herrlich! Die Sonne kommt auch schon raus! Schnell fertig werden, damit ich diese noch genießen kann 🙂

P.S.: Glück ist, wenn man sagen kann: „Es ist alles gerade gut so, wie es ist.“

 

 

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