Mein erster Spargel 2015 und die feine Art, ihn zu kochen.

Eines vorneweg: ich liiiiiiebe Spargel und wenn Spargelzeit ist, könnte ich jeden Tag bei unserem Spargel-Bauer einkehren 😉

Wann die Spargelzeit anfängt, kann man gar nicht so pauschal sagen. Das hängt vom Winter und anderen Faktoren ab. Man geht aber i.d.R. von Mitte April aus. Der letzte Spargelstich ist am 24. Juni, damit der Spargel über Winter ruhen und zu seiner Zeit im darauf folgendem Frühjahr wieder heranreifen kann. Bei uns gibt es schon seit ein paar Tagen Spargel und vorgestern kam mein Lieblingsmensch mit 1,5 kg weissen Spargel für uns beide nach Hause. Yummy!

Wir haben zum Glück einige tolle Spargelbauern quasi direkt vor der Haustüre. Wir leben ja auch noch in der Nähe von Bruchsal und wer es noch nicht wusste: der Bruchsaler Spargel zählt zu den besten Spargel Deutschlands und angrenzenden Ländern. Aber ich persönlich finde auch den Pfälzer Spargel geschmacklich sehr lecker. Die sind aber meistens ziemlich dick wie ’ne Bratwurst, das kann ich nicht leiden. Die ideale Spargeldicke ist daumendick und am besten zu schälen. Zu dünne Spargelstangen brechen leicht und da schält man sich auch zu Tode.

Spargel schreit nach ‚healthy food‘! „Iss Kind, das ist gesund!“ hat wohl jeder schon in seiner Kindheit gehört und manch Trauma erlitten 😉 Aber Spargel ist in der Tat nicht nur lecker, sondern auch gesund! In diesen Powerstangen stecken allerlei Mineralstoffe wie z. B. Eisen (gut für das Blut), Magnesium, Phosphor und Kalzium (Knochenbau). Vor allem die zarten Spitzen sind reich an Vitamin C (stärkt das Immunsystem), enthalten Vitamine der B-Gruppe (Zellstoffwechsel, Nerven) sowie sekundäre Pflanzenstoffe, die den Körper vor freien Radikalen schützen.

Ich habe schon einige Rezepte ausprobiert, von Spargelsalaten bis zu Steffen Hennsslers de Gusto, aber am allerliebsten mag ich den Spargel gegart aus dem Ofen. So simpel, so lecker!

Natürlich besitze ich auch einen furchtbar unpraktischen Spargeltopf, der immer zu kurz für die Spargelstangen ist, so dass man den Spargel immer kürzen muss, damit sie hinein passen. Dann muss man den noch kochend heissen Einsatz am Metallgriff herausheben und die stehenden Spargel mit der Gabel aufspiessen, um sie da raus zu bekommen. Ganz zu schweigen davon, dass man beim exakten Garpunkt immer daneben liegt und alle Nährstoffe ins Wasser abgegeben werden. Letzteres störte mich besonders. Deshalb liebe und bevorzuge ich die Variante des Garens im Ofen!

Spargel aus dem Backofen:

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Und so gehts:

  • Frischen Spargel (Faustregel 250g pro Person, wir nehmen das Doppelte 😉 )
  • Stück Butter
  • Stück Zitrone
  • Thymian (frisch oder getrocknet)
  • Zucker
  • Butterbrotpapier oder reissfeste Alufolie

Pro Person wickel ich ein Päckchen. Dazu nehme ich entweder Butterbrotpapier oder Alufolie in doppelter Lage und lege es flach auf dem Tisch. Wenn es auf jeder Seite eine handbreit länger als die Spargelstangen sind, reicht das. Man muss ja die Päckchen an beiden Seiten schliessen können, damit der Saft nicht austritt.

Pro Päckchen füge ich ein bisschen Butter, eine Zitronenscheibe, Thymian und eine Prise Zucker hinzu (siehe Foto). Der Zucker neutralisiert die Bitterstoffe des Spargels. Dann schliesse ich erst die Mitte und dann rechts und links die Flügel. Bei Gästen kommt es schön an, wenn man rot-weißes Küchengarn nimmt und die Enden damit zubindet. Im Alltag bin ich etwas pragmatischer: ein Bürotacker tut es auch 😉

Im vorgeheizten Backofen werden die Spargelpäckchen auf mittlerer Schiene bei 175 Grad Umluft 30 Minuten lang (je nach Spargeldicke) gegart. In Alufolie dauert es noch ein bisschen länger. Dann sind sie bissfest, also noch schön knackig. Wer das nicht mag, muss sie bestimmt noch mal 5-10 weitere Minuten garen lassen. Zwischendurch mal die Garprobe zu machen schadet nicht. Jeder Backofen ist ja bekanntlich anders 😉

Das ist die aromatischste Art, Spargel zu essen. D.h. das volle Aroma bleibt im Spargel! Diesen kann man nun anrichten, wie man möchte: mit Schinken, Kartoffeln, Pfannkuchen, nur mit Sauce Hollandaise, als Salat, wie auch immer!

Lass es dir schmecken! 🙂

 

 

 

 

 

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