…eine Radausfahrt, die ist schööön.

So ganz lustig finde ich es derzeit nicht. Ganz klar, Indoorcycling macht weich. Aber bin ich dann gleich ein Weichei, wenn ich das erste Mal wieder draussen fahre…?

Im Februar hatten wir schon mit Mountainbikes einen ersten Versuch gestartet, da Sonnenschein. Fazit: Nicht nur generell sind 5 Grad zum Radfahren etwas zu frisch, im Fahrtwind fühlt sich alles noch einmal um die 10 Grad kühler an #failed.

Letzten Sonntag fing unser Frühling zaghaft an, sich vorzufühlen. Ich dachte, 12 Grad wären ausreichend, um mit dem Rennrad vorlieb zu nehmen. Nach 2-3 Zwiebelschichten Klamotten war ich soweit, Sonnenbrille auf und fertig! Es wurden 90 Minuten des völligen Entzweifelns: wo um aller Welt kann man geteerte Radwege nutzen, die völlig frei von Ästen, Steinen und von Traktoren aufgeworfene Erde sind und nicht nach 15 Minuten ruhigen Fahrens in Kies- und Trampelpfade übergehen…?

Die neue Strassenverkehrsordnung macht mich wahnsinnig! Nur mal kurz zu erwähnen:

StVO § 2 Straßenbenutzung durch Fahrzeuge

(4) Radfahrer müssen einzeln hintereinander fahren; nebeneinander dürfen sie nur fahren, wenn dadurch der Verkehr nicht behindert wird. Sie müssen Radwege benutzen, wenn die jeweilige Fahrtrichtung mit Zeichen 237, 240 oder 241 gekennzeichnet ist. Andere rechte Radwege dürfen sie benutzen. Sie dürfen ferner rechte Seitenstreifen benutzen, wenn keine Radwege vorhanden sind und Fußgänger nicht behindert werden. Das gilt auch für Mofas, die durch Treten fortbewegt werden.

Verrückt an der ganzen Sache ist: warum sind die Radwege dann nicht verkehrsgerecht ausgebaut…? Sollte sich das nicht bedingen…? Da fährt man 15 Minuten einen schön ausgebauten Radweg, fährt über eine Brücke und was dann? Man landet im Kiesfeld mitten im Wald! Also die Brücke noch mal hoch, alles wieder zurück, nächste Abzweigung. Fährt man 10 Minuten und landet wo…? Auf’m Acker! Weg konnte ich das leider nicht mehr nennen: Traktorenreifen haben so tiefe Furchen hinterlassen, dass ich selbst mit Mountainbike einen Hoppel-Parcours hingelegt hätte. Und da hatte ich schon keine Lust mehr. Alles noch mal zurück…? Pfffhh! Ich schulterte mein Rad und lief das Stück „Radweg“ mit Radschuhe. Wohlgemerkt mit Klickpedalen drunter. Für diejenigen, die das nicht kennen: das ist wie Laufen auf Eiern! Aber ich wusste, wenn ich zur anderen Brücke gelange, kommt zumindest wieder ein geteerter Radweg (der mit Ästen und Steinen).

Fazit 1: 12 Grad können bei ausreichend Zwiebelschichten Klamotten angenehm sein, sobald aber die Sonne sich langsam senkt, wird es Zeit, nach Hause zu kommen. Hatte trotzdem einen leichten Sonnenbrand im Gesicht. Ergo: auch bei 12 Grad hat die Sonne also Strahlkraft. Nächstes Mal Sonnencreme nicht vergessen!

Fazit 2: Die neue StVO ist schlicht und ergreifend S C H E I S S E ! Ein dickes Sorry an dieser Stelle für den Kraftausdruck, aber es lässt sich einfach nicht schön reden. Wer dies entschieden hat, fährt zumindest kein sportliches Rad.

Gestern trafen wir Löwen uns, um die Wettkampfstrecke des Löwentriathlons kennen zu lernen. Während sich im Badischen Raum die Sonne mit 17 Gard breit machte, war es im Westerwald 10 Grad, aber trocken. Also wieder Zwiebelschichten und merken, dass es eine Schicht zu wenig ist. Und dann ging es los. Gleich mal einen enormen Anstieg zu bewältigen. Ääääh, ist das die Wettkampfstrecke? Mit Blick auf meine Pulsuhr: Herzfrequenz von 170. Nein, wir fahren nur mal „gemütlich“ zum Postweiher, wo die Schwimmstrecke und damit auch die Wechselzone liegt. Ich schwitzte am Berg und fror jämmerlich bei den wichtigen Einweisungen, zu denen wir immer mal anhielten um Infos für den Wettkampf zu erhalten.

Dann die eigentliche Strecke… Aaaah, es geht runter, sehr gut. Ich freue mich etwas zu früh. Denn dann, Anstieg für Anstieg, wieder runter. Ich kämpfte, schwitzte und musste fest stellen, dass die Westerwälder ein ganz anderes Verständnis von einem „flachen Terrain“ haben: während sich unsereiner bei einem flachen Terrain sich wirklich auf einer Ebene mit vielleicht ca. 42 Hm befindet, ist ein Höhenmeterunterschied von 425 Hm im Westerwald nun mal flaches Terrain. Ich kotze, kämpfe, schwitze und kotze. Mit nur 3-4 Stunden Schlaf und ein bisschen Müsli am Morgen dachte ich noch, eine lockere Radausfahrt auch locker mithalten zu können. Aber einen Schnitt von 30km/h empfand ich nicht mehr als angenehm. Mir ging die Kraft aus, die Anstiege waren für mich nur noch Qual. Dazu die hochgezogenen Augenbrauen der Westerwälder. Es gibt Momente, da hasst man sich selbst ein bisschen, weil man so schrecklich abloost und auf einmal keinen Spass mehr an der Sache hat.

Am schlimmsten war der letzte steile Anstieg hoch zur Rennstrecke im Burggraben. Wenn man schon komplett alle ist, dann nochmal den steilsten Anstieg bewältigen…? Das wird echt hart für mich. So richtig doll freue ich mich nicht mehr auf den Wettkampf. Irgendwo im Westerwald habe ich zumindest für heute meine Motivation verloren…

Heute steht wieder eine Radausfahrt für mich an. Ganz ehrlich, ich habe keine Lust. Aber die Aussicht, dass wir ein Einkehr mit Bierchen am Rhein geplant haben, DAS motiviert mich wieder ein bisschen 😉

In diesem Sinne: habt einen wunderschönen, sonnigen Sonntag!

Mein Radschatten

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