Mein allererster Muttertag! Wow! 🙂

Am Anfang berührt es einem auf seltsamer Art, wenn dir bewusst wirst, du bist nun eine Mutter. Du hast jetzt ein Baby. Und dann noch so ein hübsches Baby.

Und auch wenn ich eher pragmatischer Natur bin und es ultrapraktisch finde, wenn Vater und Mutter sich die Rollen teilen und jeder Handgriff auch beim Papa im ‚eff eff‘ sitzt, so dass ich kein schlechtes Gewissen haben muss, wenn ich 3 Stunden ins Yoga gehe – ist man doch ein klitzekleines bisschen stolz, dass es noch einen kleinen, feinen Unterschied für dein Baby macht: du bist seine Mutter!

An Mustertagen ist es fast egal, auf wessen Arm das Mäuschen sich bettet, es schläft selig ein, nuckelt am Schnuller und schnauft gaaaanz leise vor sich hin. Und dann gibt es Tage, da sitzt ein Püpslein quer und prompt bist du als Mama die Nummer eins! Da bist du der Guru, der das Mäuschen in nullkomma nichts selig einschlummern lässt, mit halb angetrockenete Tränchen unter den geschlossenen Äuglein und ein vereinzelt leises Schluchzen unter dem kleinen Brustkorb.

Auch wenn es beim Papa normal bestens klappt, gibt es jene Momente, da reicht es einfach nicht und dann darfst du die Mamakarte auspacken und -zack- Seelenfrieden. Es ist erstaunlich, manchmal beängstlich und doch sehr schön! Mein Mäuschen ist mit mir verbunden. Ganz tief.

Ich habe mal gelesen: „Eltern sein ist Himmel und Hölle“. Alleine nur auf mein Babymäddchen bezogen, ist es der Himmel. Auch auf die Gefahr hin, dass andere Eltern es vielleicht nicht gerne hören und sich zu hämischen Bemerkungen hinreissen lassen: wir haben ein Musterkind. Sie ist einfach ein Traumbaby. Unser gutes Karma. Sie weint kaum, schläft die Nächte durch, spielt schön, isst gerne und fast kleckerfrei die selbst gekochten Breie, war noch nie krank, bekommt ihre Zähne über Nacht und strahlt einem morgens schon mit einem breiten 5-Zähnchen-Lachen an! Einige sagen, sie haben noch nie ein Baby gesehen, das so viel lacht! Manchmal könnte ich sie echt fressen! Warum auch immer sie uns als Eltern ausgesucht hat, mit ihr haben wir den Glückskeks des Jahres gefuttert.

Und dann, so ehrlich möchte ich auch sein, ist es die Hölle. Aber dafür kann die Kleine nichts, sondern das schiebe ich der puren Langeweile zu, die die Elternzeit mit sich bringt. Vielleicht habe ich mit so einem pflegeleichten Kind auch einfach weniger zu tun als andere Mütter. Vielleicht lieben andere Mütter den Stress auch nicht so wie ich, die neben dem Job noch eine zeitintensive Pendelei und den Triathlonsport hatte.

Und nun zwingt mich manchmal das Würmchen dazu, zuzuschauen, wie sie Dinkelnudeln genüsslich zwischen 2 Fingern zerdrückt, die Sterne auf Teddys Füssen zählt, die Laufstallstangen genüsslich ablutscht, ihre Tönchen ausprobiert, wie sie lacht, steht, krabbelt und brabbelt. „Es ist alles schön, was man mit Liebe betrachtet“, sagte mal ein Herr Morgenstern. Doch, wenn du es einmal durch hast und wieder und wieder anschauen musst, ist es wie mit einem Spielfilm im Fernsehen: irgendwann langweilt’s. Und wenn ich meinen Hummeln im Hintern nicht nachgeben kann, zerreisst es mich innerlich.

Ja, es gibt diese Tage, da bin ich schrecklich unglücklich! Da wünsche ich mich schnellstens in meinen Job zurück, wo mein Gehirn wenigstens noch was leisten durfte. Elternzeit verblödet nämlich. Aufschrei!?! Kann jeder sehen, wie er will, aber ich für meinen Teil bin intelektuell ziemlich unterfordert.

Aus diesem Grund habe ich nebenher eine Yogalehrer Ausbildung angefangen, um ein bisschen meinen Fokus auf andere Sachen zu lenken, mein Gehirn Reizen auszusetzen und natürlich meinen Körper nach der Geburt zu straffen. Dass man seine Persönlichkeit dabei noch weiter entwickelt und einiges lernen muss, was mich schon immer interessiert hat, sei mal am Rande erwähnt. Ich habe mich immer schon gefragt, welche anatomischen (und auch energetische) Wirkungen die Asanas haben. Ob ich damit Dysbilanzen in den Muskelgruppen ausgleichen kann wie beim Krafttraining uvm. Auf jeden Fall ein spannendes Terrain, das mich ein bisschen aus dem Elternzeitmief heraus holt.

Klar, könnte ich mich mit anderen Mütter treffen, aber es interessiert mich halt nicht, wie andere Kinder scheissen oder was sie essen. Ernsthaft. Und meine Freundinnen arbeiten natürlich alle. Elternzeit macht also auch einsam. Und das ist Gift für einen solch geselligen Menschen wie mich.

Ich freue mich schon sehr auf die schönen, sonnigen Tage, wo man rausgehen kann und vielleicht auch mal mit Buggy joggen kann. Der Sommer kann kommen! But first: Muttertag! 🙂

Ich danke dir, mein kleines Babymädchen, dass du uns das Leben mit dir so wahnsinnig angenehm machst! Dass du unser Leben nicht einfach umkrempelst, sondern mit purer Freude bereicherst! Wenn du dich in einem Spiegel siehst und herzhaft lachst, dann wird mir wieder bewusst, wie verbissen wir Erwachsene doch alle sind. Wie frei das Gefühl ist, sein Spiegelbild herzhaft anzulachen! Ich liebe die Art, wie du ein Gänseblümchen auf der Wiese findest und eingehend betrachtest. Wie du mir die kleinen Dinge im Leben zeigst, die so viel an Wert haben und verloren schienen.

Vor allem habe ich mich vor der Definition „Mutter“ gefürchtet. Ich wollte nie eine Hausfrau sein, kein Heimchen am Herd, keine Helikoptermama. Viele Frauen verändern sich so stark, wenn sie Mütter werden. Ich aber wollte nur ich bleiben – mit einer kleinen Tochter an den Händen. Und ich denke, das ist mir dank dir auch recht gut gelungen! Danke, mein kleiner Glückskeks, I love you to the moon and back! Always.

P.S.: Unsere Kosenamenliste setzt sich fort: Balibaby, Karmababy, Mäusemädchen, Musterkind, ‚die, die immer lacht‘, erst Zweizahntiger, dann Fünfzahntiger, nun Glückskeks,…

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